Quartalsbericht
Die risikotragenden Anlagekategorien haben in den vergangenen drei Monaten bereits einen guten Teil der sich insbesondere in den USA verbessernden Konjunkturdaten und der Sicherung der Eurozone eingepreist. Dabei verharrten die gehandelten Volumen auf den Aktienmärkten jedoch auf unterdurchschnittlichen Niveaus und die Zuversicht der Investoren hielt sich noch in (engen) Grenzen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass viele Anleger die seit Ende November andauernde Kurserholung verpasst haben und nun auf eine günstige Einstiegsmöglichkeit warten. Infolge der Suche nach Rendite dürfte in den nächsten Monaten viel Kapital aus den Geld- und sicheren Obligationenmärkten in das Aktiensegment fliessen.
Folgende Schwerpunkte stehen im 2. Quartal 2012 im Vordergrund:
- Aktien übergewichten: Nach der über Erwarten guten Performance der Aktienmärkte sind wir mittlerweile in den gemischten Portfolios taktisch deutlich übergewichtet und teilweise an den oberen Bandbreiten angelangt. Es ist deshalb aus Risikoüberlegungen ratsam, selektiv Gewinne mitzunehmen und die Übergewichtung zu reduzieren. Regional bleiben wir in Nordamerika und in den Schwellenländern, insbesondere Asien, übergewichtet. Innerhalb der Märkte setzen wir vermehrt auf zyklische Aktien, sowie auf klein- bis mittel kapitalisierte Unternehmen.
- Obligationen mit mittleren Laufzeiten bevorzugen: Da sichere Staatsanleihen und Anleihen hoher Bonität (z.B. Pfandbriefanleihen, Obligationen von Kantonalbanken) historisch äusserst niedrige Renditen abwerfen, sollte der Fokus auf Unternehmensleihen mit kürzeren und mittleren Laufzeiten gesetzt werden. Je nach Risikotoleranz stehen dabei insbesondere Anleihen von Finanzinstituten und ausländischen Schuldnern, oder sogar hochverzinsliche Anleihen - diese jedoch ausschliesslich in Form von Kollektivanlagen (Anlagefonds, ETF) - im Vordergrund.
- Rohstoffe & Edelmetalle: Energielastige Rohstoffe sind zurzeit hoch bewertet und deshalb in den nächsten Monaten nicht zu empfehlen. Dasselbe gilt in abgeschwächtem Masse auch für Gold, wobei die negativen Realrenditen und anhaltend starke Käufe der Zentralbanken von Schwellenländern die Preise stützen werden. Interessanter sind Goldminenaktien, welche historisch sehr attraktiv bewertet sind und entsprechendes Kurspotential bieten.
- Währungen: Der CHF bleibt trotz Anbindung an den EUR stark überbewertet. Gemessen an der Kaufkraftparität erreicht die Fehlbewertung je nach Messmethode und Währung zwischen 10% und 50%. Mit dem Abflauen der Eurokrise und steigender Risikotoleranz der Anleger dürfte der CHF im Verlaufe des Jahres an Wert verlieren, wodurch Gewinne auf Fremdwährungsanlagen für CHF basierte Investoren resultieren. Aus CHF-Sicht sind insbesondere EUR-Obligationen interessant, da sie ca. 1% mehr Ertrag ohne Währungsrisiko liefern.
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